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| ©Copyright by Alexander Markus Homes | ||
| Über das Buch:
Die Medien sind voll mit Berichten über männliche Kindesmissbraucher. Über weibliche Kindesmissbraucher, die eigene und/oder fremde Kinder missbrauchen, gibt es kaum Informationen. Warum wird der weibliche Anteil an sexueller Gewalt, gerichtet gegen Kinder, fast ausnahmslos geleugnet? Das vorliegende Buch gibt auf etliche Fragen im Zusammenhang mit Frauen
und Müttern, die Kinder sexuell missbrauchen oder misshandeln, umfassend
Antworten. Es belegt vor allem, dass eben nicht nur Väter, sondern
auch Mütter ihre Kinder sexuell missbrauchen; dass Mütter vorwiegend
ihre Söhne missbrauchen und dies offenbar vorwiegend „zärtlich“
tun; dass sie ihre Töchter missbrauchen, sie dabei aber häufig
quälen; dass allein erziehende Mütter unter den weiblichen Missbrauchern
überproportional vertreten sind; vor allem aber, dass Mütter
und überhaupt Frauen als Kindesmissbraucherinnen in der Gesellschaft,
in den Medien und in der
Es herrscht aber auch eine kollektive Mauer des Schweigens: So schweigt beispielsweise die (feministische) Missbrauchsforschung über die Tatbestände, dass
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Vorwort „Um daran zu glauben, dass eine Frau ihr eigenes Kind sexuell missbrauchen würde, muss ein Mensch einflussreiche Stereotypen über Mutterschaft und die Mutter-Kind-Beziehung anzweifeln, die unsere Gesellschaft hegt und preist. Es fällt schwer, das Klischee einer von Wohlwollen und Fürsorge geprägten Mutter-Kind-Beziehung aufzugeben, selbst wenn unsere persönlichen Erfahrungen in scharfem Gegensatz zu diesem Ideal stehen.“ Michele Elliott (1995, S. 67) Frauen, die Kinder missbrauchen; Mütter, die vorwiegend auf ihre
Söhne und Töchter emotional und sexuell fixiert sind, manchmal
sogar ausschließlich – sind sie bittere Realität? Gibt es wirklich
eine Vielzahl von Müttern, bei denen die Grenze zwischen erlaubter
emotionaler Zuwendung,
Es gibt sie, diese Frauen. Die Medien sind voll mit Berichten über männliche Sexualstraftäter. Über Täterinnen gibt es kaum Informationen. Warum wird der weibliche Anteil an sexueller Gewalt, gerichtet gegen Kinder, fast ausnahmslos geleugnet? Das vorliegende Buch gibt auf diese und viele andere Fragen im Zusammenhang mit Frauen und Müttern, die (ihre) Kinder sexuell missbrauchen, misshandeln, quälen, malträtieren, Antworten. Es belegt vor allem, dass
Würde es wirklich zutreffen, dass Frauen im Vergleich zu Männern wesentlich weniger gewalttätig sind, so wird man sich der Frage nicht entziehen können: Wie kommt es denn dann in einer Vielzahl von Missbrauchsfällen durch Frauen zu brutalsten Gewalthandlungen, teilweise sogar zu sadistischen Handlungen, die der Folter gleichen? Es muss sogar die Frage erlaubt sein, ob diese Gewaltanwendungen, die von Frauen – insbesondere Müttern – verübt werden, in Form und Intensität die körperlichen Gewalttaten männlicher Täter in einer nicht nachvollziehbaren Art und Weise weit übertreffen. Dem Verfasser jedenfalls sind bis heute keine Fälle bekannt geworden, in denen Männer, insbesondere (Stief-)Väter an Kindern derartig brutale, sadistische und perverse Gewalthandlungen vollzogen haben, wie Frauen es getan haben (womit auf keinen Fall jene schlimme Gewalt, die von Männern, (Stief-)Vätern beim sexuellen Kindesmissbrauch angewandt wird, verharmlost werden soll!).
Mütter scheinen auch bei der körperlichen Misshandlung und
Züchtigung ihrer Töchter im Vergleich zu ihren Söhnen brutaler
vorzugehen.
„Betrachtet man die körperlichen Misshandlungen bei Mädchen und Jungen getrennt“, so Richter-Appelt und Tiefensee (1996 a, S. 371) in ihrer Studie, „so fällt auf, dass Mädchen eher von der Mutter geohrfeigt oder eingesperrt, an den Haaren gerissen und mit Gegenständen verprügelt werden. Selbst Verbrennungen wurden bei den Mädchen eher von der Mutter vorgenommen als vom Vater. Die Männer hingegen gaben an, Ohrfeigen, Prügel und Tritte eher vom Vater erhalten zu haben. Von der Mutter wurden sie eher eingesperrt oder an den Haaren gerissen.“Nicht nur die Öffentlichkeit, Medien, Forschung, auch die parteilich-feministischen Beratungs- und Hilfsvereine für missbrauchte Opfer werden sich mit der Tatsache anfreunden müssen, dass es eine Vielzahl von Frauen gibt, die eigene oder fremde Kinder misshandeln, quälen, erniedrigen und sexuell missbrauchen. Sie werden zu begreifen haben, dass nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen Opfer sexuellen Missbrauchs und sexueller Gewalt durch Mädchen und Frauen sind, die der Hilfe bedürfen. Sie werden sich eingestehen müssen, dass das Feindbild: Jungen und Männer sind generell (zumindest potentielle) Missbraucher, ein Mythos ist, der zu keinem Zeitpunkt stimmt oder gestimmt hat. Und sie werden insbesondere die Geschichte über den sexuellen Kindesmissbrauch und somit ihre feministische Forschung und Praxis, die Gewalt gegen Mädchen und Frauen als eine ausschließlich männliche, patriarchalische Gewalt benannt hat, die sich nur gegen Mädchen als Mädchen und Frauen als Frauen richtet, umschreiben müssen. Das gilt auch für nicht parteilich-feministische Beratungs- und Hilfsvereine. Früher die Frauenbewegung, heute die parteilich-feministischen Beratungs- und Hilfsvereine und deren (radikal) parteilich-feministischen Protagonistinnen der sexuellen Missbrauchsbewegung, werden sich weiter fragen müssen: Wenn Frauen das strukturell vorgegebene Machtverhältnis zu Kindern gewaltförmig ausnutzen und sexualisieren, gibt es dann noch eine Begründung und Legitimation für den Feminismus? Haben sie das Recht, Männer wegen der von ihnen verübten Gewalttaten anzuklagen, wenn ihr eigenes Geschlecht Macht und Gewalt ausübt, indem es (eigene) Kinder misshandelt und/oder sexuell missbraucht? Der weibliche Anteil an Gewalt und sexuellen Missbrauchsdelikten wird fast ausnahmslos geleugnet und totgeschwiegen. Insbesondere feministische Autorinnen, die zahlreich zum Thema publiziert haben, verschweigen entweder diese Tatsache oder erwähnen es am Rande, sie bagatellisieren und relativieren es gleichzeitig. Ihre Befürchtung: Wenn man die Tatsache anerkennt, dass es Frauen und Mütter gibt, die Kinder, ihre Kinder sexuell missbrauchen, könnte man zum Schluss kommen, dass es keine geschlechtsspezifischen Unterschiede beim sexuellen Missbrauch gibt. Dies wiederum habe möglicherweise eine Rückkehr zu geschlechtsneutraler Theorie und Praxis zur Folge. Zudem führe dies zu einer Relativierung und Umschreibung der Geschichte des sexuellen Kindesmissbrauchs. Zu groß ist die Angst, dass die öffentliche Diskussion über missbrauchende Frauen und Mütter den Feminismus, aber auch die vorwiegend feministisch geprägten Hilfs- und Beratungsstellen in Frage stellen und in ihren Grundmauern erschüttern könnte. Die Mutter als Kindesmissbraucherin fügt sich nicht in das feministische
Bild von der Frau als Opfer patriarchalischer Gewalt. Zum feministischen
Bild gehört es zwangsläufig, den sexuellen Missbrauch von Kindern
immer nur in Verbindung mit männlicher Macht und Aggression zu sehen:
In erster Linie wurden ausschließlich Mädchen als – potentielle
– Opfer männlicher sexueller Gewalt begriffen. Die Jungen wurden den
gewalttätigen Männern gleichgestellt: sie waren nach der feministischen
Doktrin und Ideologie – wie auch ihre älteren, erwachsenen Geschlechtsgenossen
–
Dieses jungen- und männerfeindliche Gesamtbild wird auch heute noch von der (radikal-) feministischen Bewegung, die wiederum sehr von in ihrer Kindheit missbrauchten weiblichen Opfern und lesbischen und radikalen Frauen dominiert ist, suggeriert. Dieses (radikal-)feministische Gesamtgebilde schlägt sich auch auf die (Frauen-)Forschung nieder: Während es über missbrauchende Männer, Väter, Stiefväter mittlerweile unzählige Fachbücher, Beiträge in Fachzeitschriften, Studien und Untersuchungen gibt, existiert über missbrauchende Frauen, Mütter, Stiefmütter usw. hingegen kein derartiges Konvolut an Materialien. Die mit diesem jungen- und männerfeindlichen Gesamtbild zusammenhängende exzessive Missbrauchskampagne – insbesondere die in den neunziger Jahren (an dieser Stelle sei erinnert an die „Wormser“, „Montessori“ und „Nordhorner“ Prozesse) – zeigt unstrittig, dass viele kindliche Opfer, die nie Opfer sexuellen Missbrauchs waren, erst durch den Aufdeckungseifer und die Verfolgungssucht selbsternannter „Missbrauchsjägerinnen“, „Aufdeckerinnen“ und „Aufklärerinnen“ (und deren von Absolutismus geprägte Parteilichkeit) viktimisiert worden sind. Für den Verfasser stellen sich in dem Zusammenhang folgende Fragen:
„Wir haben die Kinder benutzt“, gesteht die Beraterin im Interview, „die, die wirklich missbraucht worden sind, und die, die erkennbar nicht missbraucht wurden, und die wir trotz dieses Wissens zu Opfern erklärt haben. So wird aus dem sexuell missbrauchtem Opfer noch einmal ein Opfer. Und das nicht missbrauchte Kind wird so erst erklärtermaßen zu einem Opfer gemacht. Sie sind alle auch Opfer der parteilich-feministischen Aufklärungs- und Hetzkampagne und des feministischen Krieges gegen alles Männliche.“Und über die hochsuggestive Aufdeckungsarbeit berichtet sie: „Natürlich war auch mir bewusst, dass das ständige Fragen, Abfragen, Nachfragen die Kinder verunsichert, verwirrt, verängstigt hat, das ist gar keine Frage. Und natürlich haben die Kinder darunter gelitten. Die Befragung beinhaltete immer das uneingeschränkte Ziel, mit absoluter Präzision hinsichtlich der Suggestion an die Kleinen massiv heranzutreten. Die Fragestellung, geprägt durch die Parteilichkeit, war entsprechend hochsuggestiv. Die Aufdeckungsarbeit mit Hilfe anatomischer Puppen und Kinderzeichnungen wurde von uns völlig voreingenommen betrieben. Wir haben entsprechend total willkürliche Deutungen vorgenommen. Wir haben in allem immer nur ‚Signale‘, Indikatoren für einen sexuellen Missbrauch sehen wollen. Maßgeblich bei der Diagnostik waren immer unsere eigenen aggressiven Phantasien, die die bewusste Vorstellung prägten, der Missbrauch habe bei jedem einzelnen Kind auch tatsächlich stattgefunden. Und wir haben unsere eigenen Missbrauchserfahrungen und die hieraus resultierende Verzweiflung, Wut, Aggressionen, ja Hass auf alle Männer und Väter in die Kinder hineinprojiziert. Die Befragung der Kinder war eindeutig eine Gehirnwäsche: Den ‚Erinnerungen‘ der Mädchen haben wir nachgeholfen, sie notfalls korrigiert, wenn uns die Antworten nicht zufrieden stellten. Wir haben ihnen dann Worte, Sätze in den Mund gelegt, ja aufgedrängt. Auch ich verfolgte unentwegt das Ziel, aus diesen Mädchen Opfer zu machen, egal, ob sie nun sexuell missbraucht wurden oder nicht. Wir haben, nein, wir wollten selbst fest daran glauben, dass jedes der Kinder tatsächlich Opfer von brutaler Männergewalt geworden ist. Deshalb der Slogan: ‚Wir glauben jedem Opfer, denn in solchen Fällen lügen Kinder nicht‘.“Warum gibt es sehr interessierte Kreise, die in unverantwortlicher Weise wider besseres Wissen mit Horrorzahlen über die Häufigkeit sexuellen Kindesmissbrauchs jonglieren? Ist die Beantwortung dieser Frage in der Tatsache zu finden, dass eine langlebige Legitimation und Existenzberechtigung der Beratungs- und Hilfsvereine, vor allem jener, die parteilich-feministisch orientiert und geprägt sind, erst dann gewährleistet ist, wenn man öffentlichkeitswirksam mit Horrorzahlen durchs Land zieht (wie eben viele fast ausschließlich parteilich-feministische Protagonistinnen erkannt haben)? Anders gefragt: Ist es die Angst, ein schwer erkämpftes Terrain – konkret: das „Monopol“, das sie beim Thema sexueller Kindesmissbrauch innehaben – kampflos aufgeben zu müssen – mit der Folge, dass sie nach einer neuen Legitimation und somit Existenzberechtigung händeringend suchen müssten? Mindestens 300 000 missbrauchte Kinder jährlich: eine Horror-Zahl,
die seit 1984 in den Medien und in zahlreichen Fachbüchern immer wieder
gebetsmühlenartig genannt und wiederholt wird. Für den Verfasser
steht außer Frage: Das Jonglieren mit dem Leid der tatsächlich
sexuell
Dem Verfasser stellt sich in dem Zusammenhang die Frage: Würde die Zahl 300 000 (und mehr) vielleicht erst dann Realität, d.h. wirklich stimmen,
Das Schweigen der Opfer beiderlei Geschlechts verdeckt unstrittig das
ganze Ausmaß der sexuellen Gewalt durch Frauen und Mütter. Das
vorliegende Buch soll genau aus dem Grund auch männliche und weibliche
Opfer von weiblichen Tätern ermutigen, aufzubegehren und sich an die
Wie das hier vorliegende Buch beweist, muss mit Blick auf die aufgeführten
Fakten die Geschichte des sexuellen Kindesmissbrauchs umgeschrieben, wenn
nicht gar neu geschrieben werden. Hierfür spricht bereits folgender
Tatbestand: Die Missbrauchsrate für weibliche Täter, die in internationalen
Möglicherweise findet dieser Umdenkungsprozess bei den Müttern bereits statt? Der Bremer Soziologe und Universitätsprofessor Gerhard Amendt (1993, S. 2, 3) befragte im Rahmen einer Studie im Frühjahr 1992 unter Berücksichtigung der alten und neuen Bundesländer 903 Frauen u. a. über die Grenzen, die sie in „ihrer Beziehung zum Sohn ziehen, welche sie nicht ziehen, wie sie das tun, und welche Widersprüche sich dabei für ihre Gefühlswelt ergeben und welche Gefühle sie häufig außer acht lassen“. Ein Ergebnis von Amendts (1993, S. 30) Befragung sei an dieser Stelle wiedergegeben: „Das erstaunliche und allen gängigen Weiblichkeitsideologien widersprechende Ergebnis ist, dass nur 4,1 % der Frauen der Ansicht sind, dass ‚Mütter ihre Söhne nicht missbrauchen‘. Im Westen beträgt der Anteil sogar nur 2,0 %, im Osten hingegen 6,1%. ‚Dass Mütter es viel seltener tun (als Väter)‘ ist die Meinung von 64,5 % aller Frauen. Wobei auch hier der Anteil im Osten etwas höher liegt (im Osten: 69,5 %, im Westen: 59,6 % - Anm. d. Verf.). ‚Mütter machen es anders‘ ist die Meinung von 41 % der Frauen in den westlichen und 28,1 % in den östlichen Bundesländern (35 % aller Frauen vertreten diese Meinung - Anm. d. Verf.).“ |
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| Autor: © Alexander Markus Homes |
| Erstellungsdatum 00.00.1999 G*A*B - Datum: 01.01.2000 Mail: alexandermarkushomes@web.de |
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| © G*A*B; Überarbeitet am: ; Adresse der Webseite: http://www.gabnet.com/buch/homes-von-der-mutter-missbraucht.htm |