(C) Celsus Boabdil

Rezension von Matusseks Buch Die vaterlose Gesellschaft

Verramschung des Themas

Auch nach Generationen des Totschweigens und moralischen Unterdrückens von Kritik öffnet sich ein Sicherheitsventil nur, damit der Überdruck an Mißständen nicht die feministischen Zwinger zerplatzen läßt. Wenn Kritik viel zu spät überhaupt einmal entsteht oder an die Öffentlichkeit dringt, ist ihr Potential in oberflächliche Polemik von Befürwortern femanziger Ideen verstümmelt.

Feministinnen blieb es überlassen, feministische Diskurslügen an die Öffentlichkeit zu tragen. Das ist eine historische Tragödie. Einige Vorzeigefeministen beider Geschlechter, darunter Warren Farrel, die jene Ideologie ermöglicht haben, sind der immer noch unterdrückten echten Kritik zuvorgekommen. Mit gleicher Einseitigkeit und Schieflage wurde auf sie gehört, echte Kritik aber wie seit Jahrzehnten in den Tod geistiger Nichtexistenz gestoßen, genauso wirksam wie immer im Ansatz unterdrückt.

Entscheidend wichtig wäre gewesen, echte Kritik auf den Buchmarkt zu bringen, bevor das Thema von Feministen beider Geschlechter mißbraucht und mit Polemiken vergeudet wird.

Zu Wort kommen nur in tendenziösen Medien Etablierte, die grundlegend femanzige Doktrin befürworten, allenfalls auch auf Männer beziehen oder oberflächlich kritisieren. Der dankbare Beifall gilt ungeeigneten Vertretern, falschen Freunden.

«Es bedurfte des Vorzeigefeministen Warren Farrel ... um diesen Mechanismus aufzubrechen. Er war, wie er selbstironisch bekennt, der Spitzenmann der feministischen Bewegung... und wenn er über den Mann als Gefühls-Neanderthaler sprach und die Frau als Erleuchtete, platzten die Hörsäle aus den Nähten.» (Matussek, S. 84)

Obszön und pervers ist es, wenn jemand wie Farrel, der als leitender Vorkämpfer dem Feminismus zur Macht verhalf, nun auch noch Lorbeeren für scheinbare Kritik einheimst, die offenkundig keine echte sein will und kann. Ihren grundlegenden Irrtum haben sie nicht erkannt und stärken die Fehlentwicklung, indem sie noch Opfer und Widerspruch vereinnahmen. Obwohl Warren Farrel eine stark belastete Vergangenheit und Tendenz hat, mehr Kritik verdient, wird hier die soeben publizierte Polemik Matusseks betrachtet, weil dieser sich hierzulande zum Wortführer aufschwang. Prinzipiell ist sein Einsatz lobens- und dankenswert. Jedoch hat er die ihm mehrfach mitgeteilten Zensurfälle echter und seit vielen Jahren existenter Kritik sowohl als Spiegel-Journalist wie als Autor verschwiegen, auf Brief, e-mail und Telephon nicht reagiert. Entscheidend aber sind inhaltliche Fragen. Leider verzichtet er auf genaues Zitieren, versteckt die vorhandenen zugkräftigen Beweise, um in vom Feminismus erfundener Flachheit Tiraden abzulassen. Informationen und Gedanken sind meist von anderen zugetragen, nicht einmal neu, nennen ihre Quelle oft nicht und sind überdies 30 Jahre verspätet, während der sein Magazin, der Spiegel, linientreu femanzige Sicht einhämmerte.

«Abschied vom Bildschirm-Mythos Sportschau... Optische Trennkost läßt die ewige Schlacht der Geschlechter ruhen - eine Dreiviertelstunde lang kein Beziehungsknatsch, kein Ehedrama. Männer sind Männer, Frauen haben Freizeit... was der Mann als Begrenztheit hatte ... welcher Verlust der Männerwelt droht ... Die Steinzeit geht weiter, die Männerhorde darf sich freuen» (Spiegel 15/1992, S. 238-240) [siehe auch Zitat ,,Sitzpinkler”]

[Nur Vermiesungen! Steinzeit ist, wenn die Schlacht der Geschlechter ruht! Die Verbindung von Konflikt und Geschlechterverwirrung wird mieseliesig bemerkt, aber irrational einer Männer,horde' angelastet, die im Gegensatz zu giftig formulierenden SchreiberInnen eben gerade nicht geschlechtskämpft - was offenbar ihr Fehler ist.]

«Die politische Korrektheit des Feminismus ist Ideologie in der reaktionären Erstarrungsphase, und ihr Dogmatismus verfügt nicht mehr über das schlagende Argument» (Matussek, S. 26)

das es seiner Ansicht nach also gehabt hätte - als der Haß noch radikaler war als heute! Irrtum! Ideologie und Dogmatismus waren nachweislich immer falsch! Ein Befürworter macht sich zum Wortführer notwendiger Kritik, die deshalb in zentralen Fragen fehlt, auf femanzigen Prämissen verbleibt. Bei aller Anerkennung seines persönlichen Einsatzes dürfen folgenreiche Mängel nicht verschwiegen werden.

«Der Kampf gegen die Väter - einst eine politische und psychodynamisch wichtige Aktion» (Matussek, S. 65)

Falsch! Beweisbar hatten schon damals Frauen und Mütter Übergewicht, ging der Protest in verkehrte Richtung. Wie bei den ihre Vergangenheit leugnenden Nachkriegseltern ist der Gesinnungswandel vom väterbekämpfenden 1968er Rebellen zum Wortführer der Väter nicht ganz geglückt.

«Was vor einigen Jahren als begrüßenswerte Sensibilisierung ... war zunehmend pervertiert» (Matussek, S. 206)

Nein, sensibles verbindendes Gefühl wurde pervertiert in eine hochexplosiv sensible Befeindung. Noch nach dem Untergang des Schiffes lobt der Zitierte die Abkunft des eingeschlagenen Torpedos, weil er den Mechanismus nicht begreift. Positive Sensibilität entspringt natürlichen Strukturen mit natürlichen Männern und Frauen. Die feministischen Vorwürfe bewies dieses Buch als schon immer fatal falsch.

«Der Feminismus - einst eine wirklich emanzipatorische Idee» (Matussek, S. 140 m)

Eine verräterische Erkenntnis, die an einen Mann erinnert, der sein Buch «feministischer als der Feminismus» nannte. (VlB 1997) Zur Vermeidung ungewollter Schleichwerbung wird auf Quellenhinweis verzichtet; es ist aber mittels Stichwortsuche nachprüfbar.

«ein Mensch, er als einzelner zur Welt kommt, seinen Weg geht und als einzelner sterben wird - diese Komplexität läßt der Feminismus schon als Begriff nicht zu.» (Matussek, S. 96)

Mit diesem feministischen Ideal, welches der Feminismus seiner Ansicht nach nicht verwirklicht, erweist sich Matussek als der bessere Feminist. Eine Unterstüzung feministischer Ziele durch Kritiker aber wäre noch schlimmer als gar keine Kritik; solch verdoppeltem Desaster zuvorzukommen bemühen sich seit über fünfzehn Jahren verhinderte Bücher wie dieses.

Traurig ist, daß all dieses von der einzigen öffentlichkeitswirksam publizierten Kritik gesagt werden muß, für die dem Autor trotzdem zu danken ist.

«Dieser Diskurs mündete schließlich in der politischen Korrektheit, einer Orwellschen Sprachregelung, die jeden Einspruch ... Ein neues, intellektuell schlichtes Biedermeier» (Matussek, S. 83)

Eine gefährliche Simplifizierung und Verharmlosung. Stilrichtung und Zeit des Biedermeiers hatten absolut nichts mit Sprachregelung und moderner, gar radikaler Ideologie zu tun; Feminismus ist die extremste Manipulation aller Lebensbereiche, von denen die zentralen inneren bislang Ideologien nicht zugänglich waren. Wer nicht weiß, was Biedermeier ist, soll das Wort meiden und nicht schwafeln. Das erinnert peinlich an feministische Motztiraden.

Peinlich ist auch, daß Männer in der Öffentlichkeit so schlechte selbsternannte Vertreter haben! Wer ernst genommen werden will, muß mehr Niveau zeigen.

«Sie erkennen, daß das Feminat reaktionär geworden ist und heute seine Bastionen so doktrinär verteidigt, wie es früher das Patriarchat mit den seinen tat.» (Matussek, S. 108)

Das ist nachweislich radikal falsch und diffamierend. Wie dieses Buch und die «Ideologiekritik» nachweisen, wurde Toleranz zu ihrer eigenen Zerstörung mißbraucht und durch eisige Zensur ersetzt, uralte Fürsorge und Bevorzugung überzogen zu einer früher nie vorstellbaren Einseitigkeit. Patriarchat war hochgradig verantwortlich gegenüber Frauen, tolerant und nicht ideologisch, sondern naturnah. Historisch beispiellos manipulieren nun feministische Ideologie und Dogmatik, gegründet auf bislang ungekannter Radikalität, Unverantwortlichkeit, Intoleranz sowie Feindschaft gegen Männer, Natur und natürliche Frauen, die ebenso kraß verachtet und vermiest werden.

Er beruft sich auf eine Emma-Autorin, um den für die Schieflage verantwortlichen Feminismus lobend gegen jetzigen Trend zu setzen. (S. 42, 43) Vergißt er den radikalen Haß jener Strömung?!

u.s.w.

Bis in den Stil äußern sich schmerzende Schwächen.

,,Albern? Sicher. Wirkungsvoll? Und wie.” (Matussek, S. 59) oder

,,I wo.

Das ist kein Argument, sondern Geschwätz. Das Zitat beschreibt sich selber.

«denken viele dieser sich progressiv gebenden Frauen an nichts anderes als an den Mann, weil er ihnen vielleicht im Daumenlutsch-Alter als Prinz versprochen wurde» (Matussek, S. 14)

Unverantwortliches Geschwätz. Sollen Frauen etwa dazu erzogen werden, noch weniger oder gar nicht an Männer zu denken, die dann noch überflüssiger wären? Matussek quatscht so flach daher, daß er gar nicht merkt, wie sein eigenes Argument ihm das Grab schaufelt. Zu sehen, daß ein Bezug der Geschlechter als Kind erlebt und erlernt werden muß, begreift solches Schablonendreschen nicht, das nur Klischees repitiert - genau wie Feministinnen. Er ist ein Feminist, der sich um Väter kümmert.

Aber auch wenn er kritisiert, wirkt unüberlegtes Gerede einfach peinlich.

«für die man sich oft nützlichere Arbeitsgebiete vorstellen kann als den Familienbereich. Vielleicht Ackerarbeit. Auf dem Mond.» (Matussek, S. 124)

Damit hat sein Schnodderton sich und seine Linie völlig unnötig in moralisches Zwielicht gesetzt; sein emanzipatorisches Bewußtsein verrät sich in von Femanzen etablierter Unsachlichkeit.

«Muttermörderinnen» statt ,Mördermütter’ (Matussek, S. 95)

Einmal mordet die Mutter, das andere Mal wird sie ermordet. Ein kleiner Unterschied? Nicht für Matussek.

Die Oberflächlichkeit betrifft nicht nur das Denken, sondern auch die Sprache. Unvollständige Sätze, grundlos englische Begriffe, schwammiger Ausdruck prägen die Sprache des Journalisten, der weder wissenschaftliche noch philosophische Präzision, sondern der feministischen Mode abgegucktes Geplauder betreibt. Niveauverlust von Männern ist auch ein Folgeschaden.

Gedanklich ist er ebenso ungenau und zitiert nicht sauber. Ebensowenig ist erwähnt, wer ihm Informationen und Argumente zugetragen hat. Matussek ist ein Wiederkäuer fremder Ideen, Resultat ein harmloser Brei. Ein Zuträger, der von seinen Helfern sogar als Koautor und Mitverfasser des Buches genannt wurde, ist von Matussek ebensowenig erwähnt worden wie seine anderen Mitarbeiter.

Grenzenlose Verbitterung muß auslösen, ohnmächtig zu sehen, wie jahrzehntelang echte Kritik am Feminismus vernichtend verschwiegen wurde, damit sich Dekaden verspätet Mitzensoren und Befürworter an die Spitze angeblicher Kritik setzen und sogar die Argumente der Opfer vertun. Betroffene stürzen sich dankbar auf falsche Freunde, wogegen die über Generationen unterdrückte Kritik in den Tod publizistischer Vernichtung gekehrt wird.

Weder Matussek, noch F. Stern, Walz oder sonst ein verlegter Autor hat auf mehrfache Bitte ideologiekritische Schriften oder ihr Verschweigen erwähnt. Briefe wurden nicht beantwortet. So festigten sie Zensur echter Kritik. Sie erhielten Informationen von Betroffenen, Arbeitskreisen etc. - der Verfasser gar nichts. Alle Anforderungen blieben ohne Antwort. Kein einziger Problemfall stand somit für Auswertung oder Recherche zur Verfügung. Für dieses und andere ideologiekritische Bücher konnten nur öffentliche Bibliotheken benutzt werden, in die Feministinnen brisante Schriften gar nicht erst stellen. [siehe Zitat] Das Thema bleibt seichten, harmlosen Verramschern überlassen, die den Kern der Ideologie unterstützen. Nur die falschen Leute erhalten Informationen, werden gedruckt, in Medien präsentiert. Diese Schieflage gehört zum kulturellen Zusammenbruch seit Generationen.


Echte Feminismuskritik von Celsus Boabdil: Die beiden Geschlechter - Les deux Sexes



Die beiden Geschlechter - Les deux Sexes

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Diskette, 2 Bände, 723 Seiten, 38.- DM (19 Euro), ISBN 3-00-003198-7

723 gepfefferte Seiten

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Erhältlich bei:

e-Brief: c_boabdil@yahoo.es




Rezension echter und solider Kritik am Feminismus, einer Widerlegung von den Prämissen und Anfängen bis heute: « Les deux Sexes »

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