| Date: Mon, 8 Jun 1998 23:21:03 +0200
From: Armin Emrich <armin@pappa.com> To: <cityweb@cww.de>, <webmaster@gabnet.com> Subject: AW: Menschenrechte Wenn diese Zahlen nur alle stimmen würden. Hier verbirgt sich wiedereinmal eine kleine Opferlüge mit großer Wirkung. Ein wichtiges Machtinstrument ist die Opferlüge. Sie erreicht was sie erreichen soll. Schlechtes Gewissen und Demut. Nur nicht hinschauen was wirklich ist. Verleugnung der Wirklichkeit. Wieviel Männer wurden für Frauen und Kinder heute und in Jahrhunderten geopfert? Hilft es Aufzuzählen? Falsche Zahlen in die Welt zu setzen und so lange wiederzukäuen bis jeder daran glaubt? Was hilft ist die Befreiung von der Opferlüge. Weg von dem infantilen Getue. Wirkliche Emanzipation heißt Selbstverantwortung. Frauen seit stark und hört auf mit dem Opfergetue- Es reicht. -----Ursprüngliche Nachricht----- Von: astridneumann [SMTP:cityweb@cww.de] Gesendet am: Samstag, 6. Juni 1998 18:50 An: webmaster@gabnet.com Betreff: Menschenrechte Wollen "wirkliche Männer, dass all das so bleibt?: Die Unterdrückung der Frauen äußert sich in einer alltäglichen Verletzung grundlegender Menschenrechte. So als würden diese Rechte für die Hälfte der Menschheit nicht gelten, werden sie - kulturell legitimiert, von Nationen und Regierungen sanktioniert - stillschweigend täglich verletzt. Bezogen auf die Verwirklichung der grundlegenden Menschenrechte bei Frauen ist jedes Land "Entwicklungsland", keine Nation so zivilisiert, wie ihre Regierungen sich an den internationalen Verhandlungstischen gerne geben. Das zeigt ein Blick auf die Menschenrechtsdeklarationen und die internationale Statistik: Zahlen, Daten, Fakten... Ein Frauenleben ist nicht viel wert. Fast überall sind kleine Mädchen unerwünscht. Es gibt Regionen, wo Mädchen bei der Geburt sogar getötet werden, zum Beispiel in Teilen Indiens und in China. Weit häufiger noch ist die gezielte Vernachlässigung weiblicher Säuglinge und Kleinkinder: Sie werden nicht geimpft, auch wenn die Impfung kostenlos ist; sie bekommen weniger zu essen; sie werden wenn sie krank sind, viel seltener in eine Klinik gebracht. "Das zweite Geschlecht ist beim Sterben das erste" (Benard/Schlaffer). Die moderne Medizin wird direkt gegen Frauen mißbraucht.
Die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) wird zur rechtzeitigen Identifizierung
und Tötung des unerwünschten weiblichen Fötus eingesetzt.
Erschöpfung ist das am weitesten verbreitete
chronische Gesundheitsproblem von Frauen. Die Hälfte aller Frauen
und zwei Drittel aller Schwangeren in armen Ländern (ohne China) leiden
an Eisenmangelanämie. Anämie betrifft Frauen in stärkerem
Maße, da sie einen größeren Eisenbedarf haben. Nach Schätzungen
klafft zum Beispiel bei Frauen in Indien ein Lücke von 42 Prozent
zwischen dem täglichen Kalorienbedarf und der tatsächlichen Zufuhr.
Vorherrschend ist die Überzeugung, daß Frauen weniger brauchen
und weniger "verdienen" als Männer. [Armin Emrich] Wer Religionen
mit dem Wesen der Männer verwechselt ist dumm. In den USA besteht
ein Viertel aller Gewaltverbrechen in der Mißhandlung von Ehefrauen.
In so unterschiedlichen Ländern wie Norwegen, Indien, Thailand und
Großbritannien gibt es Frauenhäuser für geschlagene, mißhandelte
Frauen. Untersuchungen in Australien, USA, Ägypten und Israel haben
ergeben: In jeder vierten Familie kommt es zu inzestuösen Geschlechtsakten,
80 bis 90 Prozent der Fälle sind Mißbrauch von Mädchen;
zirka 100 Millionen Mädchen werden von erwachsenen Männern (meist
Vätern) sexuell genötigt und vergewaltigt.
In Teilen Afrikas und Asiens sind Verstümmlungen
der Geschlechtsorgane weit verbreitet.
Die Verstümmlungen haben furchtbare Auswirkungen
auf die körperliche und geistige Gesundheit der Mädchen: häufig
tödliche Infektionen, lebenslange Blutungen, schwere, langdauernde
Erkrankungen, die zu erhöhter Säuglings- und Müttersterblichkeit
beitragen.
In Asien und in weiten Teilen Lateinamerikas und des Nahen Ostens dürfen Frauen rechtlich ohne die Erlaubnis eines männlichen Verwandten kein Land besitzen oder verpachten. In vielen Ländern können Frauen weder Besitz noch Vermögen erben; nach islamischen Recht darf eine Tochter nur halb soviel erben wie ein Sohn. Im Fall der Scheidung gehören die Kinder automatisch dem Mann. In Pakistan ist die Zeugenaussage von zwei Frauen erforderlich, um die Zeugenaussage eines einzelnen Mannes aufzuwiegen. Um einen Prozeß zu führen, braucht man mindestens einen männlichen Zeugen. Ohne schriftliche Erlaubnis des Mannes dürfen Frauen das Land in vielen islamischen Ländern nicht verlassen oder einen Paß beantragen. In weiten Teilen Afrikas, des Nahen Ostens und des indischen Subkontinents weist das Gesetz ausdrücklich dem Ehemann das Recht auf Wohnortwahl zu; die Frau wird verpflichtet ihm zu folgen. Dennoch bleibt sie in Krisenzeiteiten fast immer auf sich allein gestellt. Wo auf der Welt müssen Männer sich sowas
gefallen lassen? Und was heißt überhaupt Orientalische Lebensfülle(Jan)?
Dass es uns hier besser geht, ist nicht dem Einsehen der Männer zu
verdanken, sondern dem Kampf der Frauen.
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