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| Seite 7 / Der Wecker / Sonntag, den 19. Dezember 1999 Landkreis Emsland |
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| Von Christoph Herrmann |
| Zitat>EMSLAND/LANDKREIS
LEER. Endlich war es soweit: Nach monatelangem juristischen Tauziehen (wir
haben berichtet, Wecker vom 25. Juli) durfte Burkhard D. endlich
seine siebenjährige Tochter Jennifer* wieder für eine Stunde
sehen - nach fast einem Jahr ohne jeden Kontakt.
Im Jugendamt Leer traf er das Mädchen. Doch der Besuch wurde zur Katastrophe: Jennifer weinte zum Herzerweichen und sträubte sich mit Händen und Füßen gegen den Kontakt mit ihrem Vater. Schon nach zehn Minuten war der Besuch zu Ende. Seine Ex-Frau habe das Kind gegen ihn aufgehetzt und so psychisch zerstört, glaubt der verzweifelte Vater. Mit seiner Ex-Frau ist er hoffnungslos zerstritten. Vor dem Amtsgericht in Leer prozessieren die beiden um das Sorgerecht. Zuletzt hatte die Mutter Burkhard D. sogar
vorgeworfen, die Tochter sexuell missbraucht zu haben. Als auch noch eine
Kinderärztin und Psychologin nach einer recht kurzen Untersuchung
attestierte, dass ent-
Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen Burkhard D. daraufhin ein. Dieser stellte seinerseits wegen übler Nachrede Strafanzeige gegen die Ärztin und gegen seine Frau. Auch diese Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft aber inzwischen schon wieder eingestellt. Eine absichtlich falsche Beschuldigung lasse sich nicht nachweisen, glauben die Strafverfolger. Justiz und Behörden tun sich schwer mit der Familien-Tragödie. Burkhard D. findet, dass das Jugendamt Leer sich nicht genug um das Wohl der Kinder kümmert. Vor allem die Tochter brauche unbedingt psychologische Hilfe. Für die durch den Ärger und die Sorgen des Vaters provozierten Vorwürfe habe das Jugendamt Verständnis, erklärte Kreis-Sprecher Dieter Backer auf Anfrage. Mit Rücksicht auf Mutter und Kinder wolle er zu Einzelheiten nicht Stellung nehmen. Sowohl zum Vater als auch zu Mutter und Kindern hätten die Mitarbeiter ständig Kontakt und versuchten so gut als möglich, die Situation zu entschärfen, erklärte Backer. Richtig sei schon, dass Väter beim Zerbrechen einer Beziehung es in der Regel schwer haben, sich im Streit um das Sorgerecht der Kinder durchzusetzen, schilderte ein Jurist, der nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit dem Wecker. Familiengericht und Jugendamt tendieren dazu, dem Aufenthalt der Kinder bei der Mutter den Vorzug zu geben. Meist gebe es dafür ja auch gute Gründe: Trotz aller Gleichberechtigung trage eben in der Regel die Frau den Löwenanteil an der Kindererziehung, und dies bei Trennung eines Paares zu ändern, sei stets problematisch, erklärte der Familienrechtler. Burkhard D. kann das nicht trösten. Er glaubt, dass es die Kinder bei ihm besser hätten als bei der Mutter. Schließlich wohne er in einer großen Wohnung mit reichlich Platz zum Spielen, während die Mutter von einer Sozialwohnung in die nächste ziehe. Der vierjährige Sohn jedenfalls fühle sich bei den zweiwöchentlichen Besuchen bei ihm pudelwohl und wolle gar nicht wieder zurück. * Name geändert <Zitatende |
| Autor:Christoph Herrmann |
| Erstellungsdatum 00.00.1999 G*A*B - Datum: 19.12.1999 Mail: brain@gabnet.com |
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