Lothar Reinhard   Karlsruher Str. 12    45478 Mülheim/Ruhr Tel. + Fax: 0208-590691

Kommentar zu dauernd wiederkehrenden Untersuchungen und Berichten zu: 

"Immer mehr Jugendliche sind kriminell"
Die Verwahrlosung unserer Kinder und Jugendlichen nimmt erschreckende Züge an.

Eine nicht unwesentliche Ursache ist die rapide zunehmende Vaterlosigkeit vieler Kinder. Amerikanische Langzeitstudien* haben ergeben, daß Kinder, die ohne Vater aufwachsen, im Vergleich zu Kindern mit 2 Elternteilen

  • 20mal mehr gefährdet sind, sich später im Gefängnis wiederzufinden
  • 9mal mehr gefährdet sind, in einer Erziehungsanstalt zu landen
  • 32mal mehr gefährdet sind, von zu Hause wegzulaufen
  • 9mal mehr gefährdet sind, frühzeitig aus der Schule auszusteigen
  • 5mal mehr gefährdet sind, Selbstmord zu begehen
  • 10mal mehr gefährdet sind, Drogen zu nehmen
  • 14mal mehr gefährdet sind, Vergewaltigungen zu beheben
  • 33mal mehr gefährdet sind, ernstlich körperlich mißhandelt zu werden
  • 73mal mehr gefährdet sind, Opfer tödlichen Mißbrauchs zu werden.
Jede 2. Großstadtehe wird nach wenigen Jahren geschieden, die Trennungsquote nicht verheirateter Paare dürfte eher noch höher sein. Ca. 2/3 der Trennungswaisen haben schon nach 1 Jahr keinen Kontakt mehr zum Vater, bei dem Großteil des letzten Drittels sind die Umgangskontakte oft bürokratisch reglementiert und verunmenschlicht, so daß von ernsthafter Beziehung zwischen Kind und entmündigtem Vater nicht gesprochen werden kann. 

Politiker, Anwälte, Gerichte und Jugendämter blasen zur Jagd auf unterhaltssäumige Väter, tun aber zumeist nichts, um Beziehungen ausgegrenzter Väter zu ihren Kindern zu ermöglichen, im Gegenteil: kafkaeske Urteile, "betreuter" Umgang, Umgangsboykott als Kavaliersdelikt usw. machen alles noch schlimmer. Das neue Kindschaftsrecht ist Alibi und Papiertiger, solange sich die Rechts- und Beratungspraxis nicht ändert. Danach sieht es aber nicht aus, wenn z.B. Jugendämter durch die Bank weiter nur den unverheirateten Müttern Beratung anbieten und diese auch nahezu überall davor warnen, gemeinsame Sorgerechtserklärungen zu unterschreiben.

Es ist eine Binsenweisheit, daß Menschen das Leid, was Ihnen als Kinder zugefügt wurde, später in irgendeiner Form der Gesellschaft zurückgeben.

Die florierende Scheidungsindustrie erzeugt soziale Zeitbomben am Fließband in der Hoffnung, daß andere diese wieder entschärfen, ob Lehrer, Psychologen oder Polizei.

Außer populistischen Versprechen von mehr Kindergeld bieten alle Parteien im Bund Fehlanzeige bei der Familienpolitik an bzw. nur weitere Steilvorlagen durch Rot-Grün für einen verschärften Geschlechterkrieg (vgl. Gesetzesvorlage zur automatischen Wohnungszuweisung an "bedrohte" trennungswillige Frauen oder der Vorstoß der Grünen, die Hausarbeit gesetzlich zu regeln.)

Eine öffentliche Diskussion, die jeden Mann als potentiellen Gewalt- und Sexualtäter hinstellt, ausufernde "Gleich"stellungsapparate, die zunehmend nur noch Frauen- Förderung durch Männerdiskriminierung betreibt, wem nützt das alles? Den Kindern sicher nicht und der Mehrzahl der Frauen auch nicht! Von Vätern ganz zu schweigen.

Es ist an der Zeit, die Realitäten in dem durch interessierte Kreise vergifteten gesellschaftlichen Klima eines aufgesetzten "Geschlechterkrieges" wenigstens wieder ansprechen zu dürfen und die Kinder wieder in den Mittelpunkt stellen zu dürfen und deren Recht auf beide Eltern.

Das Prinzip Verantwortung gerade für Kinder muß in der öffentlichen Diskussion wieder mehr Wert bekommen, denn jede Selbstverwirklichung gerade auch von Frauen muß dort ihre Grenzen finden, weil sie ansonsten später um so deutlicher sich als Seifenblase herausstellen wird mit enormen Verlusten zwischendurch.

Besonders Frauen und Mütter müssen viel stärker ermuntert und beraten werden, nicht die leider gegebenen Rechtsvorteile bei Beziehungskrisen sofort so auszunutzen, daß der männliche Partner gleich entsorgt wird ohne Rücksicht auf die Kinder. Natürlich müssen auch Väter die Fähigkeit zu Auseinandersetzungen und Problemlösungen (statt Flucht und hilflosen Tricksereien zur Verhinderung der materiellen Ausplünderung) wieder lernen, doch haben sie im Schnitt die schlechteren Karten und können sowieso meist nur hilflos reagieren. Nicht zufällig gehen ca. 75% der Scheidungen/ Trennungen von Frauen aus. 

Die rot-grüne Bundesregierung in Bonn wird die Konflikte verschärfen müssen, weil der Frauenförderbereich das einzige ist, wo die GrünInnen noch eigenes Profil beweisen können. Und die Quoten-Tussis in der SPD unterstützen das vehement, während "der Kanzler für die Bosse", der mehrfach geschiedene Gerhard Schröder, sich die Hände reibt, weil er in ökologischen, sozialen und Steuerfragen keine Zugeständnisse zu machen braucht.

Die Bosse und Bossinnen können aufatmen und sich freuen: Solange die normalen Menschen mit Geschlechterkrieg, Scheidungskämpfen um Kinder, Wohnung und nach Wunsch der Grünen auch noch um Wäschewaschen, Müllruntertragen etc. beschäftigt sind bis vor Gericht, solange gibt es keinen ernstzunehmenden Widerstand gegen immer skrupellosere Ausbeutung und Sozialstaatsabbau. 

Die Kinder und Jugendlichen aber werden weiter verwahrlosen, je intensiver die Konflikte ihrer Eltern angeheizt werden. Und immer mehr werden gefährdet und kriminell reagieren.

Mit freundlichen Grüßen


 

* zu den amerik. Untersuchungen folgende Literaturhinweise

  • Napp-Peters, Anneke: Familien nach der Scheidung, Verlag Antje Kunstmann,München 1995
  • Matussek, Matthias: Die vaterlose Gesellschaft, rororo 1998
  • Daily Mail (London) vom 22.4.96, in der die Untersuchungen der Joseph Towntree Foundation – eine Langzeitstudie mit Teenagern – veröffentlicht wurde unter dem Titel: "Scheidung beschädigt"
Autor: Lothar Reinhard
Erstellungsdatum 00.00.1999 G*A*B - Datum: 25.05.99   Mail: Lothar Reinhard
Verteiler: HAUPT / MÄNNER / BOYSPOLITIK / JUSTIZ / WIRTSCHAFT / LITERATUR / KUNST / BÜCHER / TOURISMUS / PSYCHOLOGIE / PHILOSOPHIE / PHYSIK  / CHRONOLISTE
Letzte Änderung: 
© G*A*B; Überarbeitet am:  ; Adresse der Webseite: http://www.gabnet.com/mw/lore3.htm