Betr. "Weiber! Frauen des Jahres", taz bremen vom 30.1.1999
Die Universität weist die in der Taz verbreiteten Diffamierungen
und persönlichen Angriffen auf eine Mitarbeiterin der ADE zurück.
Die Universität bedauert, daß vertrauliche Kritikgespräche
und Fachbereichsdiskussionen wiederholt skandalisiert, verzerrt und falsch
dargestellt werden.
In dem Artikel wird behazuptet, eine Mitarbeiterin der Arbeitsstelle
gegen sexuelle Diskreminierung und Gewalt am Ausbildungs- und Erwerbsarbeitsplatz
(ADE) der >Universität Bremen habe einen Spanisch-Lehrer der sexuellen
Diskreminierung beschuldigt, ein "zweifelhaftes Verfahren gegen den Pädagogen
in Gang" gesetzt und gegen ihn ermittelt.
Richtig ist, daß keine Beschuldigungen durch MitarbeiterInnen
der Universität ausgesprochen, keine Ermittlungen oder andere dienstrechtliche
Verfahren gegen den Spanisch-Lehrer eingeleitet worden sind. Studierende
haben nach Ziff. 4.1 Abs. 1 der Richtlinie der Universität gegen sexuelle
Diskreminierung und Gewalt in >Übereinstimmung mit Ziff. 4.3 der Dienstanweisung
des Senates der Freien Hansestadt Bremen das Recht, sich vertraulich zu
beschweren. Gemäß Ziff. 3.1 der universitären Richtlinie
und Ziff. 4.8 der senatorischen Dienstanweisung ist der Kritisierte unter
strikter Wahrung der Vertraulichkeit über seinen Vorgesetzten und
die Mitarbeiterinnen der ADE als Vertrauensperson der Studierenden über
die Kritik in Kenntnis gesetzt worden. |
Die taz behauptet, Studierende hätten "Weltliteratur"
und "Filmklassiker" kritisiert.
Richtig ist, daß ein gesamtes Unterrichtsgeschehen problematisiert
worden ist. Zu der Unterrichtsmethode gehörte es u.a., Ausspracheübungen
anhand von kurzen Filmausschnitten durchzuführen, die u.a. Geschlechtsverkehr
, Gebährmutterkrebsdiagnosen und Abtreibung zum Gegenstand hatten.
Die taz behauptet, am 30.1.1999, eine Mitarbeiterin der ADE habe sich
vor dem Fachbereichsrat mit den Worten verteidigt: "Unschuldig verfolgt
heißt auch ich lasse das mit mir machen."
Laut taz v. 20.12.1998 ist dagegen richtig, daß der Fachbereichsrat
mit Mitarbeiterinnen der ADE ausschließlich die rechtlichen Grundlagen
von Beschwerdeverfahren diskutiert und Änderungsvorschläge gemeinsam
erarbeitet hat. In diesem Zusammenhang wurde dargelegt, daß der persönliche
Schutz der Beteiligten zum einen durch die Einhaltung der Vertraulichkeit
gewährleistet ist, zum anderen eine in die Kritik geratene Person
durch Einleitung eines förmlichen Verfahrens gegen sich selbst Rehabilitation
verlangen kann.
Prof. Dr. Jürgen Timm
Wir veröffentlichen das Schreiben des Rektors
der Universität Bremen als Diskussionsbeitrag gern; um eine Gegendarstellung
im Sinne des Presserechts handelt es sich allerdings nicht, da kein aus
der taz zitierter Satz als unrichtig bezeichnet wird. |
| "Grotesker
Rufmord-Skandal" |
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Betr.: Frau des Jahres", taz bremen vom 30.1.1999
Der Uni-Rufmordskandal zu meinen Lasten nimmt immer groteskere Züge
an. Nun verkündet auch der Rektor qua Amt Unwahrheiten. Was ist geschehen?
Zunächst gab es nichts anderes als den Normalbetrieb universitären
Sprachunterrichts. Dann wurden anonym Beschwerden vorgebracht, die bösartig
falsche Behauptungen enthielten.Wenn in einem Film über die Lebenswirklichkeit
spanischer Jugendlicher das Wort "flirten" vorkam, hieß es, es sei
das Vokabular der Anmache.vermittelt worden Andere Beschwerden sind ähnlich.
Nun ist schon das Beschwerdeverfahren so angelegt, daß es Rufmord
eher befördert, denn unterbindet. Umso schlimmer, wenn die Verantwortlichen
dann auch noch versagen. Die Damen der Beschwerdestelle ADE glaubten, rechtsstaatliche
Prinzipien durch inquisitorische Verfahren ersetzen zu müssen. Ihre
Arbeit haben sie damit diskreditiert. Es ist traurig, daß Frauenverbände
und Einzelpersonen sich nun in falsch verstandener Solidarität üben.
Frauen in ihrem Kampf gegen den real existierenden Sexismus ist damit nicht
gedient.
Der Fachbereichssprecher verknüpfte das vertrauliche Gespräch
sofort mit meiner Beschäftigungssituation (von wegen Vertraulichkeit,
Herr Rektor!) Der in der Klammer angesprochene prüfte ebenfalls nicht.
Das hat, sehr sorgfältig, die Presse getan. Ergebnis: von Frauenfeindlichkeit
nicht die Spur. Folge: bundesweite Empörung und Hohngelächter
über die Bremer Uni.
Der Rektor stellte die Sache ein und mahnte, daß kein Anlaß
zur Kritik besteht. Was dies für den Lehrbetrieb bedeutet, hat er
anscheinend nicht reflektiert. Daß eine Universität von der
offenen  |
Diskussion lebt und nicht von anonymer Denunziation, fiel
niemendem ein. Die nicht anonymen Studierenden , die sich aus der Kenntnis
der Realität empörten, wurden zu keinem Zeitpunkt ernst genommen.
Nun meldet sich Herr Timm (Uni-Rektor, d.Red.)
zu Wort und behauptet, es habe - als Methode!- Ausspracheübungen zu
Themen wie Geschlechtsverkehr gegeben. Eine unglaubliche, haltlose Diffamierung,
wie meine damaligen Kursteilnehmer gerne bestätigen werden!
Was den Recktor bewegt, auf der Basis ungeprüfter Behauptungen
und unverstandener Unterrichtsprozesse einen ehemaligen Mitarbeiter in
der Öffentlichkeit aufs Übelste zu verleumden, ist mir unklar.Vielleicht
ist eher hier eine Methode zu erkennen (siehe Fall Schmitz-Feuerhake).
Zu dieser Magnifizenz fällt mir nichts mehr ein, vielleicht aber den
Gerichten. Die Professoren müssen sich fragen, ob der Rektior unbedingt
Timm heißen muß.
Noch etwas: nebenbei bin ich auch der Übersetzer eines der bedeutendsten
Lyriker der Gegenwart. Da der Chilene Gonzalo Rojas - unter anderem
- einige der schönsten erotischen Gedichte der
spaniscvhen Sprache geschrieben hat werde ich dieser legendären
Figur der lateinamerikanischen Literatur bei unserem nächsten Arbeitstreffen
berichten können, sein Werk hätte an der Bremer Uni keine Chance.
Zwei, drei aus dem Kontext gelößte Begriffe würden genügen,
ein unsägliches Verfahren loszutreten, dem dann niemand Einhalt geböte,
da Beurteilungskompetenz nicht vorhanden, Diffamierungskompetenz aber umso
ausgeprägter ist. Erbärmlich!
Rainer Kornberger (betroffener Spanischdozent)
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| International
nur Kopfschütteln |
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Betr.: dto
Rainer Kornberger, Vorsitzender des Deutschen Spanischlehrer-Verbands
im Lande Bremen, Verfasser von vielbenutztem Lehrmaterial in anerkannten
Schulbuchverlagen, renomierter Übersetzer, Didaktiker und Sprachpädagoge,
seit Jahrzehnten erfolgreich an bremischen Lehranstalten tätig und
fünf Jahre lang hauptverantwortlich für den Spanisch-Unterricht
an der Universität Bremen, ist in letzter Zeit Zielscheibe diffamierender
Angriffe geworden, die auch international nur Kopfschütteln hervorgerufen
haben.
Obwohl sich die dafür zuständigen Fachgremien der Universität
in ihrer überwiegenden Mehrheit hinter Rainer Kornberger gestellt
und seine Abordnung für ein weiteres Semester beschlossen hatten,
obwohl der größte Teil der Studierenden im Spanisch-Bereich
durch seine Unterschrift und Schreiben an den Rektor jede Kritik an dem
Sprachunterricht Reiner Kornbergers von sich gewiesen hatte und trotz
auswärtiger Stellungnahmen von kompetenten Fachkollegen , wurden höchst
zweifelhafte Richtlinien angewandt, die inzwischen trotz "Nachbesserungen"
weiterhin anonymen Denunziationen und Mißbrauch Tür und Tor
öffnen werden.
Wie groß müssen die Rechtfertigungszwänge einer Institution
|
sein,wenn sie nur noch Paragraphen zitiert, statt sich mit
Inhalten auseinanderzusetzen! Rainer Kornberger hat seine Lehrinhalte immer
kritisch, kenntnisreich und anschaulich begründet und auch in den
inkriminierten Fällen didaktisch und methodisch hinterfragt. Es zeugt
von bedenklichem Fehlverstand der Instanzen, wenn Hörverständnisübungen
als Ausspracheübungen bezeichnet und die fünfjährige erfolgreiche
Lehrtätigkeit eines Dozenten (mit qualitativ überdurchschnittlichen
Prüfungsergebnissen) aufgrund von rein formal beurteilten und aus
dem Kontext gerissenen Segmenten als problematisch angesehen wird.
Ein Verfahren das auf anonymen Anzeigen beruht, das dem Beschuldigten
bis heute nicht Einblick in das gesamte Belastungsmaterial gewährt
hat, bei dem die Verurteilung schon von vornherein fest stand, da Beschuldigungen
und beantragte Lehrtätigkeit für ein weiteres Semester miteinander
verknüpft wurden, läßt sich schwerlich als korrekt bezeichnen.Denn
das Verfahren der "Inquisition war darauf abgestellt, die größtmögliche
Wirkung zu erzielen und dabei möglichst wenig bekannt werden
zu lassen", schreibt der englische Sozialhistoriker Henry Karnen in seinem
Standardwerk über die spanische Inquisition.
Prof. Dr. Martin Franzbach. |
| Diktatur
oder nicht |
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Betr.: "Frau des Jahres" taz bremen vom 30.1.1999
Gegen unseren Kollegen Reiner Kornberger wurde mit niederträchtigem
Duckmäusertum und Verleumdung verfahren. Weder Gutachten noch stichhaltige
Beweise. Wie in einer Diktatur. Ich finde es unglaublich, daß gerade
im akademischen Milieu die simpelsten Grundsätze des logischen Denkens
nicht befolgt werden. Was zu einer rationalen Diskussion führen sollte,
ist zu einer hormonalen Angelegenheit verkommen. Der erste Grundsatz für |
solch eine heikle Debatte sollten ausreichende Kenntnisse
der wissenschaftlichen Problematik der Fremdsprachentheorie sein. Wenige
Spanischlehrer haben so gut die Verbindung zwischen Sprache und Denkweise
einer Kultur verstanden wie Reiner Kornberger. Ich vermisse in jedem Fremdsprachenlehrbuch
die Thematik Tod, Krankheit, Sex (und damit auch Sexualität), die
uns als Mensch ganz nahe stehen.
Prof. Dr. José Maria Navarro |
weitere Linkverweise
zum Thema "Klein-Schonnefeld":
Spanischlehrer
fühlt sich verfolgt / BUS
Schindluder
im Fall Kornberger /
Beitrag
Prof.
Dr. Jürgen Timm / Rektor wehrt sich gegen Kritik
Beitrag
Reiner
Kornberger / "Grotesker Rufmord-Skandal"
BeitragProf.
Dr. Martin Franzbach / International nur Kopfschütteln
Beitrag
Prof. Dr. José Maria Navarro / Diktatur oder
nicht
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Verstand setzt aus' |