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Auflösung der Preisfrage: kein Gewinner, da keine richtige Antwort. |
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Esther Vilar in "Das polygame Geschlecht" Die westliche Welt ist ein Matriarchat, in dem Männer die Patriarchen spielen - ohne dieses Spiel wäre das Matriarchat überhaupt nicht möglich. Das Spiel muß jedoch immer ein Spiel bleiben: wenn daraus eines Tages Ernst würde, wäre dies das Ende der weiblichen Vormachtstellung. Damit das auf keinen Fall passiert, bedienen sich die Frauen der Massenmedien und richten einen Teil der dort tätigen Journalisten dazu ab, mit illegitimen Mitteln weibliche Imagepflege zu betreiben. Sie sollen den anderen Männern sagen, daß Frauen schwach und schutzbedürftig sind und daß wahre Liebe zu einer Frau die Qualitäten von Nächstenliebe haben muß.
Mit anderen Worten: Damit die wirtschaftliche Verwertung seiner Arbeitskraft reibungslos vonstatten geht, muß der Mann davon überzeugt sein, daß er seine Frau unterdrückt. Man muß ihm suggerieren, daß er sie im Austausch gegen das Geld, das er für sie verdient, zu niedrigen Sklavendiensten zwingt und sie sexuell ausbeutet. Auf privater Basis ist dieses Täuschungsmanöver schwer durchführbar: Jeder Ehemann weiß, daß seine Frau in ihrem automatisierten Haushalt alles andere ist als eine Sklavin. In der Durchschnittsehe trifft die Frau praktisch alle finanziellen Entscheidungen: Laut Statistik werden Kaufentscheide meist von Frauen allein getroffen, lediglich bei Konsumgütern, zu deren Beurteilung technische Kenntnisse erforderlich sind - Autos, Haushaltsmaschinen - entscheidet sie mit ihrem Mann gemeinsam. Die Frau trifft praktisch alle Entscheidungen im sozial-Bereich: Sie bestimmt durch gezielten Gebrauch der Antikonzeptiva die Zahl der Kinder, durch ihre Anwesenheit zu Hause über deren Erziehung, sie trifft meist die Auswahl der Frauen und Verwandten, mit denen man verkehrt. Von sexueller Ausbeutung kann keine Rede sein: Die durchschnittliche Koitusfrequenz nach zehnjähriger Ehe liegt zum Beispiel in den USA laut Kinsey bei zweimal wöchentlich. Selbst für eine frigide Frau und bei einer anderen könnte es sich ja nicht um Ausbeutung handeln - ist das keine sonderlich große Strapaze. Die Täuschung des Mannes
über seine Rolle ist daher viel leichter durch Beeinflussung der öffentlichen
Meinung zu bewerkstelligen. Jeder Mann weiß zwar, daß er selbst
keinen Menschen ausbeutet und daß er persönlich niemanden sexuell
Öffentliche Väter sind Männer, die ihre Geschlechtsgenossen
mit falschen Daten über Frauen versorgen und dadurch den weiblichen Schutzobjektstatus
aufrechterhalten. Es sind die Journalisten von Tageszeitungen und Zeitschriften,
die sich mit
Alle diese öffentlichen Väter haben eines gemeinsam: Sie handeln
nicht aus niederen Beweggründen. Die einen werden zur Unwahrheit gezwungen
die anderen möchten selbst gern glauben, was sie sagen, dritte wieder
glauben es tatsächlich. wir
Hier handelt es sich um Journalisten,
die von ihren Verlegern oder Produzenten zu falschen Behauptungen genötigt
werden Ein Journalist, der seinen Job nicht riskieren darf - ein Journalist
mit Familie also -, muß schreiben, was sein Verleger von ihm erwartet
Das sieht so aus, als sei Pressefreiheit nur eine Pressefreiheit für
Verleger - doch im Grunde ist sie nicht einmal das. Ein Verleger, der sein
Produkt verkaufen will muß sich nach den Gesetzen der Marktwirtschaft
richten das heißt, er wird nur das schreiben lassen, was man lesen
will. Die Freiheit der Presse ist also letzten Endes die Freiheit
des Verbrauchers, in seiner Zeitung seine eigene Meinung zu lesen. Aus
den bereits erwähnten Gründen wollen sowohl Frauen als auch Männer
lesen, daß Frauen unterdrückt werden - ein Journalist wird daher
kaum Gelegenheit haben, etwas Gegenteiliges zu publizieren. In einer kapitalistischen
Gesellschaft manipulieren nicht die Massenmedien die Menschen, sondern
die Menschen
Doch selbst wenn Männer die Wahrheit über ihre Rolle lesen
wollten, gäben immer noch die Frauen den Ausschlag. Denn beide
sind zwar Leser, doch die Frau ist darüber hinaus noch der Großkonsument.
Wie bereits erwähnt, werden Kaufentscheidungen, von der Wohnungseinrichtung
bis zu Artikeln des täglichen Konsums, hauptsächlich von Frauen
getroffen, und deshalb richten sich die meisten Werbekampagnen direkt oder
indirekt an sie. Da die westlichen Presseerzeugnisse zum größten
Teil über Anzeigen finanziert werden, würden mit dem Tag, an
dem Frauen eine bestimmte Zeitung oder ein bestimmtes Magazin nicht mehr
kaufen, weil ihnen der redaktionelle Teil nicht gefällt, automatisch
die Anzeigenaufträge ausbleiben. Männer hätten also selbst
wenn sie wollten niemals die geringste Chance, in einem an beide Geschlechter
gerichteten Presseprodukt, und das
Das gleiche gilt für Fernsehsendungen, die durch Werbung finanziert
werden. In den meisten westlichen Staaten ist Fernsehen Werbefernsehen.
Das bedeutet, daß auch hier nur das gezeigt werden darf, was anstandslos
die weibliche Zensur passiert. Es
Wohl kann man dazwischen einmal eine Kleinigkeit riskieren und Frauen ganz vorsichtig etwas wahrheitsgetreuer porträtieren als gewöhnlich. Das kann sogar förderlich sein und das Interesse an einer bestimmten Zeitung vorübergehend aktivieren - aber siegen muß letzten Endes immer die Frau. Für jeden Artikel der Frauen kritisiert, muß man hundert andere veröffentlichen, die sie verherrlichen. Daß Männer nichts über ihre wirkliche Rolle wissen wollen,
sieht man an den hauptsächlich an männliche Leser gerichteten
Presseerzeugnissen - Eine moderne Frauenzeitschrift, etwa Cosmopolitan,
könnte es eventuell noch wagen, sich über die
Freiwillige öffentliche Väter Sobald die Intelligenz eines Menschen ein bestimmtes Maß überschreitet, kann sie ihm gefährlich werden. Der durchschnittlich intelligente sieht, wie bereits erwähnt, immer nur einen Aspekt eines Sachverhalts, er kann sich deshalb in einer bestimmten Situation leicht entscheiden und sein Leben auf relativ einfache Weise meistern«. Doch ein Sachverhalt hat nicht nur eine Seite, sondern mehrere. Der überdurchschnittlich Intelligente sieht sie alle auf einmal: Zu der Meinung, die er hat, kommt immer noch die andere, die er ebenfa]ls haben könnte. Was ist nun richtig, was ist falsch? wenn er sich so und so verhält, wird dann das eine eintreffen oder das andere, das ebenfalls eintreffen könnte? Übergroße Intelligenz führt zu Entscheidungsschwäche und Lebensangst. Der Intellektuelle wünscht sich vor allem eines: Jemand, der ihm sagt, wie er sich verhalten soll. Er ist immer auf der Suche nach Schutz und kann ihn doch nirgends finden. Wen sollte er als seinen Beschützer akzeptieren? Ein Dümmerer kann es nicht sein, und einem intelligenteren wird er auf Anhieb kaum begegnen. So wie eine Frau oft ihrer "Unweiblichkeit" - Mangel an spezifisch weiblichen
Geschlechtsmerkmalen - die Entwicklung einer normalen intellektuellen Kapazität
verdankt, ist beim Mann oft seine Unmännlichkeit - Mangel an spezifisch
männlichen
Es gibt für intellektuelle Männer zwei Möglichkeiten:
Entweder sie geben ihre Lebensangst zu, oder sie verbergen sie hinter einer
Maske von Draufgängertum. Nur wenige wählen den ersten Weg. Eine
Frau darf Angst zeigen, sie soll es sogar, ein Mann darf es nicht. Da ein
ängstlicher Mann kein Schutzobjekt sucht, sondern jemand, der ihn
beschützt - eine Mutter -, wird er sich noch schwerer tun als andere.
Eine Mutter müßte ihm geistig überlegen und physisch polar
zu ihm sein. er wird kaum
Freilich scheinen die meisten Intellektuellen das Norman
- Mailer-Image dem des ewigen Anbeters vorzuziehen. Aus Furcht, man könnte
ihre Angst entdecken, imitieren sie die Männer, die sie im Grunde
sein möchten. Da die wenigsten von ihnen gute
Wer heute unvorbereitet eine Zeitungsredaktion, ein Fernsehstudio oder
eine Werbeagentur betritt - Orte also,
wo besonders viele Übersensible auf einem Fleck sitzen -, muß
sich vorkommen, als sei er auf einen Frachter geraten. Die Männer,
die ihm in den vollklimatisierten, teppichbelegten Büroräumen
begegnen, sehen aus, als müßten sie von einem Augenblick zum
anderen damit rechnen, zum Kohlenschaufeln, Lastenschleppen oder Ankerwerfen
abberufen zu werden. Mit ihren abgewetzten
Es sind Überkompensierer -
Männer, die Männer nachahmen und dabei zu weit gehen. Alles,
was die anderen tun, tun sie auch, doch da kein echtes Bedürfnis dahintersteckt,
haben sie kein Gefühl für die Proportionen. Nur weil sie glauben,
daß es männlich sei, quälen sie sich mit Whisky und harten
Schnäpsen, ruinieren sie ihre Gesundheit mit selbstgedrehten Zigaretten,
verbringen sie ihre Samstage auf Fußballplatztribünen pfeifen
sie hinter Blondinen her, zwängen sie sich auf
Nur auf Gebieten, wo sie ihre Vorbilder nicht erreichen, berufen sie
sich auf ihre höhere Intelligenz und erklären ihre Schwächen
zu Stärken. Ein Intellektueller kann im allgemeinen »keinen
Nagel in die »Wand schlagen», er »versteht nichts von
Solche Dinge zu können wäre ein Zeichen von geistiger Primitivität - er ist zwar ein richtiger Kerl, aber primitiv ist er deshalb nicht. So wie eine Frau nichts können muß, weil sie weiblich ist, muß der Intellektuelle nichts können, weil er bereits etwas anderes kann. Daß Überkompensierer aufgrund ihrer Fähigkeit, abstrakt
zu denken, ausgerechnet dort arbeiten, wo sie von Frauen am meisten gebraucht
werden - im Zeitungs- und Verlagswesen, bei Funk und Fernsehen, in psychologischen
Instituten, in der
Intellektuelle Männer sind daher die besten Verbündeten, die Frauen sich zur Verteidigung ihres Schutzobjektstatus wünschen können. Hier decken sich männliche und weibliche Interessen wie sonst nirgends: Die Frau braucht das Image des Schwachen, der Intellektuelle das des Starken. Ein Journalist, der jeden Tag in seiner Zeitung schreibt, wie grausam Männer Frauen unterdrücken - ohne es selbst zu tun , kommt der weiblichen Vorstellung von gutem Journalismus so nah wie nur möglich. Ein Fernsehredakteur, der sich über die Bezeichnung Sexobjekt» entrüstet und seinen Geschlechtsgenossen im Umgang mit Frauen die Tugenden der Nächstenliebe empfiehlt -Opferbereitschaft, Selbstlosigkeit, Toleranz , macht die nach weiblichem Maßstab bestmögliche Fernsehsendung. Es ist zwar eine Ironie, daß ausgerechnet die schutzbedürftigsten Männer den Frauen mitteilen, wie schutzbedürftig Frauen seien, und daß ausgerechnet die Geschlechtsneutralsten diesen Frauen vorrechnen, wie sehr sie sie im Bett mißbrauchen. Doch da das Ganze im Interesse aller ist auch in dem der übrigen Männer -, wird keiner die Angelegenheit näher untersuchen. Frauen, die nicht protegiert werden möchten - und nur solche könnten eigentlich dagegen sein -, sind zu selten, als daß ihre Meinung ins Gewicht fallen könnte. Öffentliche Väter aus Unvermögen Es gibt Männer, die nicht nur sagen, daß Frauen von ihnen
unterdrückt werden, sondern es auch tatsächlich glauben. Es sind
die öffentlichen Väter aus intellektuellem Unvermögen -
Männer, die außerstande sind, die einfachsten Tatsachen
Friedrich Engels, Karl Marx, August Bebel, Sigmund
Freud waren intelligente Männer, doch in bezug auf die Analyse des
Geschlechtsverhältnisses haben sie eindeutig versagt (siebe Kapitel:
Das schwächere Geschlecht ist das stärkere). Das ist
Es ist natürlich ebensogut möglich, dies wurde bereits erläutert , daß die erwähnten Revolutionäre geschickte Demagogen waren, die das Märchen von der unterdrückten Frau aus politischen Gründen erfunden haben. In Anbetracht ihrer intellektuellen Leistungen auf anderen Gebieten wäre diese Erklärung einleuchtend. Die Ausnahme wäre Sigmund Freud: Falls er wußte, welchen Unsinn er in bezug auf die Frauen behauptete, war er vermutlich ein »Überkompensierer«. Man muß ,zur Entschuldigung der historischen Frauenrechtler sagen,
daß vor der Einführung des Frauenwahlrechts und ohne die neueren
Erkenntnisse der Trieblehre Männer Frauen viel eher für unterdrückt
halten konnten als heute. Wenn ein
Was wäre eine Anklage ohne Kronzeugen? Wenn die öffentlichen
Väter behaupten wollen, daß sie Frauen unterdrücken, brauchen
sie Frauen, die diese Behauptung bestätigen - denn wo sich keiner
geschädigt fühlt, kann man nicht gut von einem Verbrechen reden.
Die Frauen, die diese Scheinbestätigungen ausstellen, sind die öffentlichen
Kinder. .Als selbsternannte Fürsprecherinnen ihres ganzen Geschlechts
versichern sie den Männern, daß Frauen sich tatsächlich
versklavt, mißbraucht,
Nun kommt es natürlich darauf an, wo die Beerdigung stattfindet:
Kinder, die ihre Eltern auf ihren Schmerz aufmerksam machen wollen, heulen
dort, wo sie von ihnen gehört werden, also möglichst nah beim
Haus. Frauen, die Männer von ihrem
Öffentliche Kinder produzieren sich in der Nachbarschaft öffentlicher
Väter; und die meisten und vor allem die einflußreichsten öffentlichen
Väter gibt es in New York. In New York werden die am meisten zitierten
(und kopierten) Presseerzeugnisse der Welt hergestellt: »New York
Times«, »Time« und »Newsweek«. Die Meinung
der öffentlichen Väter Amerikas ist deshalb verbindlich für
alle anderen: Wenn US-Journalisten sagen, daß Männer Frauen
versklaven, werden Europäer,
Daß die Dachorganisation der amerikanischen Frauenrechtsbewegung,
N.O.W. (National Organisation
for Woman), fast vierzigtausend Mitglieder zählt, sagt nichts über
die Vernunft der Idee, die sie vertritt. Als der amerikanische Spaßmacher
Wenn N. 0. W. mehr öffentliche Beachtung findet als jede andere
Gruppe vergleichbarer Größe - wer hat schon in Europa von Alan
Abels Prüderie-Test erfahren? -. so liegt dies am Bedürfnis der
Männer und Frauen außerhalb der Organisation, gerade diese Meinung
über die Frau immer wieder zu hören. Denn was immer sich Frauenrechtlerinnen
zu Propagandazwecken ausdenken, wie ungeschickt, geschmacklos oder absurd
es auch sein mag, man wird es am nächsten Morgen in seiner Tageszeitung
lesen. Entweder weil sie es selbst geschrieben haben - viele von ihnen
sind Journalistinnen, die Berichterstattung über «Frauenfragen«
haben sie in allen wichtigen amerikanischen Zeitungen fest in der Hand
oder weil ein öffentlicher Vater sie gewissenhaft zitiert. Und von
dort nimmt die Botschaft ihren Weg über die restliche Welt: Ob die
amerikanischen Frauenrechtlerinnen für oder gegen Kissinger, Marilyn
Monroe, lange Hosen, kurze Hosen, Vaginalspray Lesbianismus oder
Warum machen diese Frauen das? könnte man sich fragen Was haben weibliche Journalisten und Schriftsteller davon, wenn sie ihr Geschlecht zu Wohlfahrtsempfängern abstempeln? Warum wollen sie partout die Rolle des Opfers spielen? Profitieren Frauen, abgesehen vom Materiellen, wirklich so sehr vom schlechten Gewissen der Männer? Journalistinnen sind keine Helden. Sie
tun das Nächstliegende und schreiben - mit einigen Ausnahmen allerdings
- genau das, was man lesen will. Nicht sie sind schuld am Image der Frau,
sondern die, die es ihnen abkaufen. Unter den prominenteren
»Frauenfragen«- Journalismus hat gegenüber anderen Sparten dieses Berufs den Vorteil, besonders einfach zu sein. Um als weibliche Kronzeugin die weibliche Sklaverei anzuprangern, braucht man weder Mut (da niemand dagegen ist hat man auch keine Feinde), Stil (wie man schreibt, ist gleichgültig Hauptsache man beschreibt sein Geschlecht als unterdrückt), Fachkenntnisse (als Berufslegitimation genügt notfalls eine Vagina) noch Ideen (die liefern immer Männer). Die Idee von der Unterdrückten war, wie mehrfach gesagt, eine Männeridee.
Sie stammt nicht von Beauvoir Friedan, Millet und Greer - wie sollten Frauen
auch auf die Idee kommen, sie seien unterdrückt? -, sondern von Marx,
Engels, Bebel und Freud.
als exemplarisch bezeichnet. Beim Insider-Bericht schildern Frauen den Männern, wie man »als Frau« eine bestimmte Situation empfindet, Germaine Greer etwa erklärt dem >Playboy>-Leser, daß »für eine Frau« jeder Geschlechtsakt einer Vergewaltigung gleichkomme. Gloria Steinem sagt dem Leser von >Der Spiegel> daß es so wenig Ärztinnen gibt, weil man sich, als Frau einen weiblichen Arzt gar nicht so richtig vorstellen könne. Ellen Frankfort13 erläutert den Mangel an weiblichen Chirurginnen: "Als Frau" meide man diesen Beruf, weil Männer einem sagen, man bekäme durch das lange Stehen Krampfadern und werde dadurch für das andere Geschlecht unattraktiv. Um ganz allgemein zu zeigen, wie man sich als Frau« im täglichen Leben fühlt, vergleicht man sich mit rassischen Minderheiten: Die US-Frauen sagen, sie fühlten sich genauso behandelt wie die Neger in ihrem Land, die Frauen der übrigen westlichen Länder sagen, sie fühlten sich behandelt wie US - Neger ("Wir sind die Neger der Nation") Während beim Tatsachen- und Insider- Bericht dramatisiert wird,
gibt man sich bei der Methode der halbierten Statistik wissenschaftlich
kühl. Sie besteht darin, den ersten Teil einer Untersuchung oder Enquete
zu zitieren und den zweiten wie
Man beschwert sich über den geringen Prozentsatz weiblicher Politiker, verschweigt jedoch, daß Frauen mit ihrer absoluten Stimmenmehrheit von einundfünfzig bis zweiundfünfzig Prozent jeden weiblichen Politiker nominieren und wählen könnten, den sie nominieren und wählen wollen. Man feiert den hohen Prozentsatz berufstätiger« Frauen, verschweigt
jedoch, daß es sich bei den genannten Zahlen nur zur Hälfte
um Ganztagsarbeit handelt daß die wenigsten Frauen »Lebenslängliche»
sind (es sind immer wieder andere, die in der
Man verurteilt die Doppelbelastung berufstätiger Mütter, verschweigt
jedoch, daß laut Statistik der berufstätige Vater die
gleiche Zeit mit Nebenarbeiten zubringt wie seine berufstätige Frau
- er erledigt Behördengänge, Steuererklärungen
Man klagt die »Männergesellschaft« wegen der manchmal
noch niedrigeren Löhne für Frauen an, verschweigt jedoch, daß
Tarifverträge zwischen Gewerkschaften und Unternehmern ausgehandelt
werden und daß nur ein Bruchteil der berufstätigen
Man beweist, daß Frauen - als Putzfrauen Toilettenfrauen - die
unangenehmeren Arbeiten erledigen, verschweigt jedoch, daß alle wirklich
unangenehmen Arbeiten von Männern erledigt werden - sie sind Bergarbeiter.
Müllkutscher, Straßenkehrer,
Man wirft Männern vor, ihre Gesetzgebung verhindere den Schwangerschaftsabbruch, (»mein Bauch gehört mir!«), verschweigt jedoch, daß laut Statistik mehr Männer als Frauen für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs sind und daß dieses von den konservativen Parteien verhindert wird, deren Wähler in der Mehrzahl immer Frauen sind. Man klagt Männer an, die Pille für die Frau statt für sich selbst erfunden zu haben, verschweigt jedoch. daß die internationale pharmazeutische Industrie in die Männerpille bisher erfolglos Summen investiert hat, die jene, die zur Erfindung der Frauenpille notwendig waren, um das Tausendfache übertreffen und daß die Frauenpille den Mann außerdem in einseitige Abhängigkeit von Frauen bringt Man wertet die Tatsache, daß mehr Frauen als Männer sich
einer Psychoanalyse unterziehen, als einen Beweis für weibliche Verzweiflung,
verschweigt jedoch, daß mehr Männer als Frauen Selbstmord begehen
und daß sie in den meisten Fällen die
Die öffentlichen Kinder- wollen den »Vater« nicht abschaffen,
im Gegenteil: indem sie den Mann für alles Unangenehme in ihrem Leben
verantwortlich machen, machen sie ihn erst richtig zum Vater. Sie fordern
nicht Selbstverantwortung, sondern
Ihr eigenes Geschlecht machen die öffentlichen Kinder zu Kretins. Denn es ist ein Unterschied, ob man von jemand sagt. er wolle nicht anders, oder ob man von ihm sagt, er könne nicht anders. Wenn Frauen nicht anders wollen, stellt man sie auf eine Stufe mit den
Reichen. Ihre Dummheit ist eine Folge von Luxus, ihr Lebensstil eine Wahl
ihr Verzicht auf Ämter und Würden ein Beweis ihrer Souveränität.
Um ihr Schicksal zu ändern. müßten sie
Wenn Frauen nicht anders können, stempelt man sie zu geborenen
Idioten. Wenn sie nach Jahrzehnten Frauenwahlrecht, Stimmenmehrheit, materiellem
Wohlstand, freier Studien- und Berufswahl trotz intensivster Bemühungen
nicht weiterkommen,
Es ist jedoch kaum anzunehmen, daß Frauenrechtlerinnen wissen, was sie den Frauen anzutun versuchen. Sie sind Kinder, wenn auch öffentliche. Kinder - auch öffentliche - zieht man nicht zur Verantwortung. >ZITAT-Ende 12J.
K Galbraith; Wirtschaft für Staat und Gesellschaft, München
1974.
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| Autor: Esther Vilar Datum 16.02.1999 Mail: brain@gabnet.com |
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