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Die Morgenröte
Der überwältigende Wahlerfolg der SPD
bei den Bundestagswahlen 98 ist eine Chance, die verfahrene wirtschaftliche
wie gesellschaftliche Stagnation zu überwinden, und das mit fast zum
Übermut verleitenden satten Mehrheiten in Bundestag wie Bundesrat.
Somit dienen die kommenden Jahre zur konkreten Rechtfertigung der Wahlversprechen,
derer es zwar wenig konkrete dafür aber einige global angedeutete
gab, um die Abrechnung in spätestens 4 Jahren positiv bilanzieren
zu können. Es bleibt also viel Konkretes,Substantielles zu tun.
1.) Stichwort
Arbeitslosigkeit
Bezüglich der Schaffung neuer Arbeitsplätze
ist festzustellen:
Der Mittelstand ist im unteren Bereich fast komplett
weggebrochen durch Unterkapitalisierung und im oberen Bereich durch Oligopolisierung
bei totalen Abhängigkeiten vom übererstaatlichen Großkapital,
wenig flexibel und durch gesellschaftspolitische Notwendigkeiten und Maßnahmen
nur in geringem Ausmaße beeinflussbar. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit,
dieses in den letzten 10 Jahren entstandene "Kapitalloch" wieder aufzufüllen
um neue Arbeitsplätze zu schaffen unter der Prämisse hoher Flexibilität.
Ressourcen an Arbeitskraft, Fachwissen Berufserfahrungen etc. stehen mehr
als genügend zur Verfügung. Dieses wäre mit einer rel. geringen
staatlichen Anschubfinanzierung bei Installation eines sich selbst entwickelnden
und sich selbst tragenden redundanten Wirtschafts- und Anschubsystems bei
enstsprechenden steuerlichen Voraussetzungen in rel. kurzer Zeit realisierbar
und in eine massiv gegenläufige Entwicklung bezüglich der Arbeitslosenzahlen
umsetzbar.
Das Damoklesschwert der seit einigen Jahren bewußt
oder offenen Auges ignorierten oder sogar provozierten globalen Weltwirtschaftskriese
ist nach neueren Erkenntnissen bereits im Sinkflug begriffen und ohne ein
größeres Potential an Mittelstandsstruktur im unteren Bereich
wird es die ausgebluteten Bevölkerungsschichten besonders hart treffen,
da die Grundversorgung ohne den flexiblen Mittelstand vor Ort nicht mehr
gewährleistet werden kann. Es droht in dem Falle größeres
Ungemach dem keine Regierung gewachsen sein wird. Sich dann in altbewährter
Manier hinzustellen und entschuldigend auf die "äußeren negativen
weltwirtschaftlichen Umstände" zu verweisen, und daß man nichts
dagegen hätte tun können, wird dann hoffentlich niemand mehr
akzeptieren.Gehandelt werden muß jetzt, sofort, wenn es nicht schon
zu spät ist..
2.) Stichwort Familien-, Gesellschafts-
Innen- und Rechtspolitik
Von herausragender Bedeutung und Wichtigkeit wird
die Familien und Rechtspolitik in den nächsten Jahren sein.
Hier steckt ein großes gesellschaftliches Unruhe-und Aggressionspotential,
hier muss die Situation grundlegend bereinigt werden, nicht durch Bekämpfung,Unterdrückung
und Gängelung der Bürger, sondern durch Vereinfachung und Minimierung
der Gesetze, Stärkung des Volkssouverän, Reduzierung der Justiz-Macht
und des Justiz-Apparates, Reduzierung der Behördenmacht und -Strukturen,
stattdessen stärkere Bekämpfung der mafiösen Strukturen
in den Behörden und der Justiz. Das Maß an staatlichen Schweinereien
ist voll. Die Staatsgewalt und Staatskontrolle bezügl. der Bürger
ist dank Kanther bis zum Umkippen ausgereizt. Wer dieses nicht erkennt
und meint, die Daumenschrauben noch enger ziehen zu können, wird sehr
bald die Quittung dafür bekommen. Es gibt z.B. zu viele Menschen,
vor allem Männer, die Justiz- Behörden- und Feministengeschädigt
nichts mehr zu verlieren haben. Es gibt zu viele Bürger in diesem
Lande, die auf brutalste Weise in ihren Menschenrechten verletzt und, als
Folge dessen, an Leib und Seele zerstört wurden.
siehe Beschwerden und Eingaben an die UN-Menschenrechtskommission
siehe auch: Die
Notwendigkeit der Umstrukturierung des Beamtenstaates bei Regierungswechsel
und: 68 <->98 ...und die
Behörden - Mafia
3) Stichwort
Aufbau OST / Wirtschaft gesamt
Gleiches gilt für den Aufbau-Ost in noch
stärkerem Maße.
Der Aufbau - Ost wurde finanziert durch die arbeitende
Bevölkerung incl. der EU-Fördermittel. Die Gelder kamen im Osten
leider nur zu einem geringen Teil an. Der weitaus größte Teil
wurde zur Sanierung, Kapitalerhöhung und Stärkung von West-Firmen
über den Umweg "neue Länder" (siehe Bremer Vulkan) per Geldrückfluss
verwandt, mit dem Effekt der Finanzierung der Vernichtung von Arbeitsplätzen
im Westen wie im Osten ,dem Hinweis auf Stärkung der heimischen (west)
Wirtschaft im internationalen Vergleich (siehe VW oder Vorgang Kohl-Chirac/Leuna
- Elf/Aquit.) um sich danach als "Global Player" zu präsentieren,
oder am Weltmarkt milliardenschwere Einkäufe tätigen zu können.,
(siehe VW/Daimler/BMW/Siemens/; dieses Geld ist über lange Zeit hinweg
der heimischen Wirtschaft entzogen, dient nur der strategischen, weltweiten
Marktmacht des Unternehmens und bleibt bei hohem Risiko dem heimischen
Markt häufig für immer verloren oder vorenthalten.), oder es
wurde zur Vernichtung von bereits im Entstehen begriffener Konkurrenz im
Osten verbraten. Vorgänge wie man sie aus der Entwicklungshilfe bei
Ländern der Dritten Welt und neuerdings Osteuropa kennt, wo Entwicklungshilfe
der Stabilisierung der eigenen Firma (nicht zwangsläufig der heimischen
Volkswirtschaft) dient, und die Ausbeutung durch Abhängigmachung und
Lethargisierung des Drittlandes die Unterdrückung dessen eigener Wirtschaftsstruktur
zur Folge hat . Das Alles hat mit Marktwirtschaft nicht mehr viel zu tun
sondern eher mit Marktmacht durch weltweite Oligopolisierung und wirtschaftlicher
wie politischer Unterdrückung und offenbart die Naivität derjenigen,
die an patriotische Entscheidungsüberlegungen international tätiger
Firmen und Kapitalgesellschaften glauben. Patriotismus dient nur der
besseren Ausbeutbarkeit, Benutzung und Verarschung der jeweiligen #beschränkten#
Landeskinder.
Bei Vorliegen eines vernünftigen umfassenden
Konzeptes zur selbstbewußteren wirtschaftlichen Entwicklung des Ostens
unter Nutzung dessen eigener, fähiger, menschlicher Ressourcen wäre
nur ein Bruchteil der finanziellen Mittel nötig gewesen um einen bedeutend
erfolgreicheren Effekt zu erzielen auch in Bezug auf die Arbeitslosenzahlen.
Dabei gilt dieses für den Westen wie für den Osten.
Dort gab es keinen funktionsfähigen Mittelstand
und was nach der Wende diesbezüglich durch hohe Motivation, hohe Risikobereitschaft
und hohen persönlichen Arbeitseinsatz entstand, war von vorneherein
hoffnungslos unterkapitalisiert bei extrem hoher Abhängigkeit von
Kredite vergebenden Banken, die letztendlich dafür sorgten, daß
die lukrativen Ansätze kurzfristig von ohnehin kapitalkräftigen
Westfirmen geschluckt oder, wenn unerwünscht, gezielt als Konkurrenz
liquidiert wurden; und der Rest fiel der bewußten Risikoscheu der
Kapitalgeber zum Opfer. Darüberhinaus wurden kompetente Ost-Fachleute
aus Wirtschaft, Wissenschaft und Produktion demoralisiert und in die Arbeitslosigkeit
verbannt. Mühsam initiierte Projekte die diesem entgegenwirken sollten
wurden teils aus Dummheit, aus Gründen der Verfolgung eigener Egoismen,
Parteiinteressen oder aus volks-und staatsschädigendem Kalkül
von Behörden wie Westkapitalgesellschaften konterkariert, wie ich
es während meiner Nach-Wende-Tätigkeit als Dezernent Wirtschaftsförderung,
Kreisplanung, Eigenbetriebe; Geschäftsführer einer ostdeutschen
Firma und Mitglied des Aufsichtsrates einer gr. Westfirma in Sachsen bis
zum Umfallen erleben mußte.
Hier zogen Behördenmachtsinteressen und Firmen-Marktmachtsüberlegungen
am gleichen Strang in die gleiche Richtung gegen die Bürgerinteressen.
Eine wirtschaftliche Förderung auf breiter Ebene mit geringen finanziellen
Unterstützungen wurde, zugunsten einiger weniger Projekte mit überzogener
finanzieller Ausstattung unter Grossfirmen- und Bankenprämissen, bewußt
unterlassen oder sogar verhindert. Fördergelder wurden z.B. von den
Kreis und Gemeindebehörden gehortet und zu geringeren Zinssätzen
bei den Banken angelegt, als zu denen sie von der Bundesregierung vorher
aufgenommen wurden. Besser kann niemand (Bankenbezogen) sein Geld in größeren
Dimensionen ohne Risiko "verdienen".Währenddessen gingen risikobereite
Kleinunternehmer mangels kompetenter Unterstützung und ausreichender
Kapitalausstattung in Massen in Konkurs und entsprechende Mengen Arbeitsloser
standen auf der Straße. Wer dagegen protestierte wurde niedergemobbt,
entfernt und zerstört.
Benötigt wird eine geringere Marktzugangsbarriere
durch Wegfall bestehender, hemmender gesetzlicher Bestimmungen und Verpflichtungen
z.B zu Zwangsmitgliedschaften in Kammern und halbstaatlichen wie staatlichen
Organisationen die eine hohe Anfangsbelastung bewirken und somit Verhinderungs-
und Kartellwirkungen haben, stattdessen aber bessere Voraussetzungs- Informationen
und Schulungen incl. nachrangiger Betreuung.
Es bleibt also viel grundlegend Neues anzupacken
und viel grundlegend Falsches zu korrigieren soweit dieses noch möglich
ist.
Dazu stehen 4 Jahre zur Verfügung, nicht
mehr und nicht weniger. Wenn diese Zeit nicht nachhaltig genutzt wird,
ist davon auszugehen, daß die Morgenröte übergangslos in
die Abendröte übergeht ohne daß die Sonne jemals sichtbar
wurde und danach wird's schwarze Nacht. Bleibt in dem Falle zu hoffen.
daß keine Sonnenfinsternis eintritt, die könnte blutrot werden.
Prognosen, wie sie bereits in einigen Medien geäußert wurden,
die ein Ende der Amtszeit von Rot-Grün vor Ablauf der regulären
Zeitdauer vorhersagen, entbehren daher nicht unbedingt eines gewissen Maßes
an Realitätssinn, von entsprechendem Wunschdenken einmal abgesehen.
Wir schicken von dieser Stelle jedenfalls erstmal
ein Toi Toi Toi, trotz des nicht gerade positiv wertbaren Omens Glogowsky/Niedersachsen,
den neuesten Nachrichten-Meldungen zufolge.
Gerhard Hanenkamp 29.9.98
siehe auch SPD-Wahlkampf-Auftakt
18.1.1998 |